Leitzinstief: Sparer verlieren derzeit Milliarden

31.05.2013

Einst als sichere Geldanlage mit wenigen aber dennoch lohnenswerten Zinsbeträgen empfehlenswert, führen Sparbuch und Tagesgeldkonto derzeit zu Verlusten. Aufgrund des historisch niedrigen Leitzinses der Europäischen Zentralbank liegen die momentan angebotenen Zinsen unter der Inflationsrate. Weltweit büßen Sparer laut eines Berichtes der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in über 20 Ländern insgesamt etwa 100 Milliarden Euro jährlich ein, weil die Sparzinsen so niedrig sind.

So sparen die Deutschen

Von etwa fünf Billionen Euro privaten Sparguthaben in Deutschland wurden laut einer Untersuchung etwa:

  • 950 Milliarden in konventionellen Sparanlagen, wie Sparbücher, Tages- und Termingeldern,
  • 1 Billion in Bargeld und sogenannten Sichteinlagen,
  • 500 Milliarden Euro in Pfandbriefen und Staatsanleihen angelegt.

Davon verlieren die deutschen Bundesbürger aufgrund der niedrigen Realzinsen etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr. Risikoarme Alternativen werden jedoch auf dem Geldanlage Markt kaum angeboten. Einige Finanzdienstleister, die Neukunden gewinnen möchten, bieten höhere Tagesgeldzinsen - allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum.

Schuldner profitieren vom Leitzinstief

Während Besitzer von Geldvermögen die Verlierer der letzten EZB Leitzinssenkung auf 0,5 Prozent sind, wirken sich die negativen Realzinsen positiv für private Schuldner aus. Kredite sind so günstig wie nie. Insbesondere im Bereich der Immobilienfinanzierung ist dies deutlich spürbar. Wer innerhalb der nächsten Monate eine Immobilie erwerben bzw. ein Haus bauen möchte, sollte das Zinstief unbedingt für eine Immobilienfinanzierung mit möglichst langer Laufzeit nutzen.

Auch Anschlussfinanzierungen sollten jetzt abgeschlossen werden. Mit einem sogenannten Forwarddarlehen lassen sich die derzeitigen Zinsen für einen späteren Zeitpunkt sichern. Ebenfalls kann es sinnvoll sein bestehende Kredite durch neue abzulösen, da die Kosten hierfür teilweise geringer sind als die bestehende Zinsvereinbarung. Solch ein Vorgehen sollte jedoch vorher genau durchgerechnet werden, um wirklich alle anfallenden Kosten im Blick zu haben.

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